Ich werde in die Wüste geschickt… Schon eine ganze Weile hatte ich den Eindruck, dass die mich hier nicht länger in Santiago haben wollen und jetzt, zack, ab mit mir ins Flugzeug und in die Atacamawüste!
Heute Abend geht es los und dann bin ich erstmal eine Weile auf Weihnachtstour. Die erste Woche in Arica ist noch Arbeiten angesagt. Das Büro erstellt zurzeit ein Abfallwirtschaftskonzept für die erste Region und nachdem ich hier drei Wochen am Telefon verbracht habe und die Firmen von ihrem Glück überzeugen wollte, dass sie an unserer Umfrage teilnehmen dürfen, geht es jetzt ins Gelände. Und fast 1600 km in Richtung Norden. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie gespannt ich bin. So eine richtige Wüste habe ich noch nicht erlebt. Und jetzt geht es gleich in eine der trockensten Regionen der Welt. Wahnsinn!
Während meiner Geschäftsreise werde ich vor Ort Firmen besuchen und zu den Abfällen befragen, die bei ihnen entstehen und mit den verschiedenen Behörden in Kontakt treten, um herauszufinden, was die Möglichkeiten in der Region sind. Ganz alleine! Ich kann mich nicht beschweren, keine Verantwortung übertragen zu bekommen. Aus solchen Projekten kann man einfach nur viel lernen.
Und wenn ich dann schon mal im Norden bin, dann muss der auch noch ein bisschen erkundet werden!
Weihnachten so weit weg von zu hause und dann in Santiago sitzen? Nee, da hab ich mir was Besseres ausgedacht. Oder besser gesagt: Wir haben uns was Besseres ausgedacht. Denn ich bin ja nicht alleine in Südamerika! Bastian bekommt Besuch von seiner Familie und ist damit beschäftigt gute Restaurants zu organisieren, aber in Peru, da ist ja der Michael (auch ein Aachener Freund von mir) und der kennt wiederum jemanden, der gerade in Bolivien sitzt und unbedingt jemanden massieren möchte (Physiotherapeuten sind schon lustige Menschen…). Und da haben wir uns gedacht: Nach so viel im Büro sitzen tut eine Massage bestimmt gut! Also werden wir vom 22.12. bis zum 3.1. durch Bolivien, Nordchile und/oder Südperu reisen. Je nachdem, wohin der Wind uns trägt, wie die politische Situation in Bolivien sich entwickelt und worauf wir gerade am meisten Lust haben…
Für euch zu hause heißt das, dass ihr euch vielleicht ein bisschen länger auf neue Geschichten aus Chile gedulden müsst, denn ich will ja möglichst viel reisen und möglichst wenig in Internetcafés sitzen… Aber ihr seid ja bestimmt voll und ganz mit Plätzchen backen, Weihnachtsessen und Sylvesterplanungen beschäftigt und merkt gar nicht, wenn es keine südamerikanische Weihnachtsstory gibt.
Aber ich verspreche euch: Das hole ich nach!
Und verabschiede mich ins neue Jahr mit meinem Lieblingsweihnachtsbaum von Santiago, der CocaColaTanne auf der Plaza de Armas!
*Saludos, besitos und habt eine wunderschöne Weihnachtszeit*
Eure Line

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