Freitag, 14. Dezember 2007

Ein Wochenende in den Bergen


Was kann eine Line dazu bewegen an einem Samstagmorgen schon um sechs Uhr aufzustehen ohne zu murren und sich direkt fröhlich pfeifend aus dem Bett zu schälen??

Klar! Ein wichtiges Basketballspiel… aber die Zeiten, in denen wir morgens um zehn in irgendwelchen Hallen in den entlegensten Ecken von NRW gespielt haben sind zum Glück vorüber. Es gab auch kein Buch umsonst oder vielleicht einen Jahrhundert-Sonnenaufgang… Neenee, es ging in den Cajón de Maipo. Schon wieder? Ja, schon wieder! Die Landschaft dort ist eben unglaublich schön und macht süchtig. Oder ist es die klare Luft, die man hier in der Stadt so selten einatmen kann? Oder die Lust ein bisschen zu wandern und mit Kollegen ein Wochenende mit dem Zelt in direkter Nachbarschaft mit den Thermen zu verbringen??

Wir sind zu den Baños Colina gefahren, ein paar schönen Thermen schon hoch oben im Cajón. Wir sind zu viert mit dem Bus vorgefahren und die anderen haben uns dann an der Mittelstation (hinter der Polizeikontrolle!) mit dem Pickup upgepickt und wir sind zu den Thermen gefahren.


Es war wunderschönes Sommerwetter mit blauem Himmel und warmen Temperaturen, aber den Wind haben wir spätestens beim Zelte aufbauen verwünscht. Das Mädelszelt stand wie eine eins, während die Jungs erstmal eins zerlegt haben und danach versuchten aus zwei verschiedenen Zelten eine Ruhestätte zu bauen… Sehr … äääähh… kreativ!

Beim Feuermachen konnten sie dann aber ihr Können beweisen während um uns herum die Sonne die Berge in immer schönere Farben tauchte.

Als es dann irgendwann ein bisschen kühler wurde sind wir in die Thermen gehüpft und wollten die Ruhe genießen, Ging aber nicht, denn die Wachmänner mussten uns natürlich lang und breit erklären, dass der Genuss alkoholischer Getränke in den Thermen nicht erwünscht ist. Ja, da sind die Chilenen speziell. Mit dem Wein in einer braunen Tüte wäre das Ganze kein Problem gewesen. Egal, so haben wir den Sonnenuntergang beobachtet und uns ganz und gar entspannt.



Ich hätte euch so gerne den Sternenhimmel von dieser Nacht fotografiert, aber ich war viel zu sehr damit beschäftigt, den Mund immer wieder zu zuklappen. Neumond! Also kein störendes Licht. So viele Sterne, dass man Mühe hatte die Sternenbilder zu erkennen und ein Sternschnuppenregen, so dass sogar Annika und Meike ihre ersten Sternschnuppen gesehen haben.


Am nächsten Tag sind wir dann noch in die Berge gestiefelt. Nach einem waghalsigen Aufstieg (wie gut, dass man immer erst später sieht wie steil es war), haben wir entdeckt, dass auch ein breiter Pfad den Berg hinaufführte. Aber: der Blick war so viel besser und jeder hatte das Gefühl ein echter Gefahrensucher und vor allem Gefahrenüberleber zu sein.

Nach den Mittagsgrillen wollten dann aber doch alle schnell wieder zurück. Der Wind, der über die Nacht vollkommen verschwunden war, hatte wieder eingesetzt und uns das eine oder andere Intensivpeeling beschert.

Der Kondor, den wir auf dem Rückweg majestätisch über uns kreisen sehen konnten, hat mir einmal mehr gezeigt: Der Cajón ist immer wieder eine Reise wert und das frühe Aufstehen istauch schon lange wieder vergessen. Und so gut und tief geschlafen, wie am Sonntagabend zurück in meinem Bett, dass hatte ich auch schon lange nicht mehr.






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