Freitag, 7. Dezember 2007

Wieder Rio Maipo – aber neue Perspektive

Seit zwei Wochen gehöre ich einer Gruppe lustiger Abenteurer an… und seitdem suchen wir den Adrenalinkick. Wir gehen zusammen feiern oder spielen „Schwarzer Peter“ (oder besser „Blauer Kater“, nicht wahr, Annick?) und wenn es ganz hart kommt, dann geht es raus in die Natur.

Die Gefahrensucher

Und so kam es, dass wir zusammen raften gegangen sind. Unser Reiseleiter Mathias hatte ein paar Tage vorher das Gelände getestet und für Abenteuer würdig befunden und so sind wir dann sonntags morgens losgezogen und in den Cajón de Maipo gefahren, der Ort, der mich schon an meinem zweiten Wochenende hier in Santiago mit seiner Landschaft verzaubert hat.


Dieses Mal habe ich den Rio Maipo aber aus einer ganz anderen Perspektive kennen gelernt. Nicht als Trinkwasserversorger, nicht als Vorfluter für die Kläranlagen (für die Nicht-Fachleute: in die Vorflut wird das Abwasser nach der Reinigung eingeleitet, hier auch manchmal ohne Reinigung, aber das erst südwestlich von Santiago), nein, hautnah als Sportgerät!

Wir sind zu einem Campingplatz gefahren, der auch verschiedene Freizeitaktivitäten anbietet und haben dort erstmal eine kleine Wanderung gemacht, um uns das ganze von oben anzuschauen. Das Wetter war der Hammer! Santiago lag mal wieder im Smog, aber im Cajón war der Himmel blitzeblau und die Sonne hat vom Himmel gebrannt.

Nachdem wir uns mit dem Terrain vertraut gemacht haben, ging es dann irgendwann zur Sache. Als erstes wurden wir mit den Regeln und Geräten vertraut gemacht. Die Worte des Instructors waren sehr Vertrauen erweckend: „Heute ist der Maipo bei einer Stufe von mehr als III. also mehr als schwierig, da fällt man schon mal leichter aus dem Boot. Wenn man raus fällt gibt es drei Möglichkeiten. Entweder ihr bleibt so nah am Boot, dass wir euch wieder reinziehen können oder wir müssen eine Leine schmeißen oder ihr werdet von den Rettungskanuten gerettet.“ Das klang doch schon mal nach Spaß.

Als nächstes durften wir uns in unsere Ausrüstung schmeißen: Neoprenanzug, Badehose, Regen- und Windcape, Schwimmweste, Wasserschlappen und Helm. Und das bei dreißig Grad. Lecker!


wer jetzt noch gut riecht, der hat gefuscht

Dann ging es zu den Booten und schwupps gab es kein zurück mehr… Die Anweisungen wurden erläutert und geprobt (so was ist für Menschen mit einer schlimmen Links-Rechts-Orientierung immer ein besonderer Spaß) und dann ging es auch schon in die Strömung.


Es hat ja so einen Spaß gemacht! Da wir mit acht Mann im Boot saßen und alle jung, stark und mutig waren, ist unser Guide auch durch die schwereren Stellen mit uns. Als dann das erste Mal Wasser über uns drüber geschwappt ist, wusste ich auch, wozu der Neoprenanzug gut war. Das Wasser war schweinekalt. An einer ruhigeren Stelle haben wir dann mal versucht zu schwimmen, aber gegen die Strömung war nichts auszurichten.

Dieses Kommando hieß "a piso"

Zwischendurch hat unser Guide immer wieder ein paar kleine Horrorgeschichten erzählt und sich mit uns gefreut, wenn wir die Stromschnellen gut gemeistert haben. Die Berge ringsum und die Sicht waren wunderschön und wir wollten am Ende gar nicht mehr aus dem Boot…


Aber keine Angst! Der Adrenalindurst ist noch nicht gestillt, es gibt schon neue Pläne… Lasst euch überraschen.


Sport an Land: "Blauer Kater"

Ganz viele Grüße aus dem Sommer, Line*

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