ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe es geschafft ein ganzes Wochenende in Santiago zu bleiben und mich keinen Zentimeter über die Stadtgrenze hinaus zu bewegen!
Ich habe die Großstadt genossen und mein Viertel noch ein bisschen mehr erkundet.
Freitag, nach der Arbeit… Wochenende beginnt… was macht man also als typischer Deutscher?? GRILLEN! Denn: Hier fängt die Grillsaison ja gerade erst an. Und da die Chilenen mindestens genauso grilljeck sind wie wir im kleinen Aachen, gibt es hier richtig leckere Sachen für auf den Grill!
Und einen Grund für ein großes asado (=Grillen) hatten wir auch. Bastian hat seine neue Wohnung oder besser seine neue Paradies-Terrasse eingeweiht. Er ist letzte Woche umgezogen (raus aus dem Chaos, rein in die eigenen vier Wände) und ist jetzt stolzer Besitzer von einem kleinen Paradies in Providencia, dem „reichen“ Nachbarviertel von Ñuñoa, wo ich residiere.
Also haben wir einen Grill gekauft und alle eingeladen, die spontan Zeit und Hunger hatten, haben genug Bier, Wein, Pisco Sour und bebidas (=ohne Alkohol) für eine Fußballmannschaft gekauft und gegrillt und Spaß gehabt.
Samstag gab es dann einen schönen Einkaufsbummel. Der Weg von meiner Wohnung zum mercado central, dem Fischmarkt, und der vega, dem Obst- und Gemüsemarkt (wo man aber eigentlich alles bekommt, was das Herz begehrt) ist einfach schön. Es geht vor der Haustür los in den Parque Bustamante, dann über in den Parque Forestal und von dort aus fällt man dann praktisch in den Markt. Also schön grün und immer was zum Gucken.
Zum Beispiel die Zentrale von Entel, dem Handyanbieter, die haben sich hier ein wunderschönes Handy in die Stadt bauen lassen. Ganz aktuell mit Antenne!
Später (irgendwann zwischen Mittagessen und Abendessen in Deutschland, ich habe es mit den Essenszeiten noch nicht so ganz raus hier, denn es gibt einfach zu viele Mahlzeiten) habe ich dann echte Frikadellen für meine Gastfamilie gebraten. Lecker!
Nachdem wir uns kugelrund gegessen haben, wurde dann einfach nur noch gequatscht, relaxt, viel und laut Musik gehört und noch mehr geschlafen…
Und ich habe ungefähr alle siebeneinhalb Minuten aus dem Fenster geguckt und die Anden bewundert. Meine Wohnung liegt im vierten Stock und es gibt weit und breit kein Hochhaus, was den Blick auf die Anden versaut… Nur ein paar rechts und links und weit genug weg, um einfach zur Santiago-Skyline zu gehören! Es ist einfach atemberaubend schön und kein Foto schafft es, den Blick so wiederzugeben… Ihr müsst einfach vorbeikommen!
Sonntag, Sonne, Park, Lesen, das Leben genießen… Ein bisschen durch die Straßen streifen und schöne bunte Häuser entdecken. Aaron, Cati und ich haben gemeinsam ein leckeres Essen gekocht. Ich habe denen mal gezeigt, dass man auch echte Salatsoßen machen kann, sonst gibt nämlich einfach nur Essig und Öl drüber und das ist nicht so lecker!!!
Und dann habe ich einen chilenischen Film geguckt und richtig viel verstanden und werde gleich richtig glücklich einschlafen. Denn so ein Wochenende zu hause, das hat eben auch was!
Und meine Woche?
Die war auch sehr schön. Ich genieße den 28-Grad-Frühling in Shorts und T-Shirt, arbeite an meinem Projekt und an anderen auch und kann jetzt auch endlich drucken (wobei Jorge, das Schlitzohr, das sich auch unseren Administrator schimpft, es so eingestellt hat, dass ich immer in sein Büro muss, um meine Druckereien zu holen. Dabei steht neben meinem Schreibtisch ein sehr gut funktionierender Drucker…)
Toll ist auch, wo wir hier als Praktikanten überall hinkommen. Diese Woche war ich im Ministerium und habe an einer Sitzung mir lauter wichtigen Persönlichkeiten teilgenommen und bei der SISS (Superintendencia de servicios sanitarios, das sind Wasser- und Abwassergurus) habe ich mit Joachim, meinem Chef, Kontakte geknüpft, die mir hoffentlich helfen werden, die vielen Fragezeichen in meinen Tabellen zu tilgen.
Die Projekte, in die wir als Praktikanten einen Einblick bekommen, sind in dieser Hinsicht wirklich einmalig. Und es macht Spaß zu merken, dass wir wirklich ein bisschen was gelernt haben in der Uni!
Eine Basketballmannschaft habe ich immer noch nicht gefunden, deshalb heißt das Projekt für nächste Woche: erst gute Laufschuhe, dann eine schöne Joggingstrecke finden, sonst ist meine gute Laune in Gefahr… Und mein Rücken auch, denn den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen ist der nicht gewohnt.
1 Kommentar:
hey line!
ich verfolge immer ganz zeitnah, was ihr grad so auf den grill legt... ;-)
ich glaub das is echt schoen da, wo du bist - ob ich meine reise noch verlaengern sollte?!
liebe gruesse, susi2
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