Samstag, 13. Oktober 2007

Finalmente...

Großstadt... Megacity... soweit das Auge reicht!

Und so wurde ich willkommen geheißen!




Ab jetzt auch hier Neuigkeiten von meinem Praktikum und meinen Abenteuern in Chile...

Zwei Wochen bin ich jetzt schon hier und es ist wirklich lustig, wie schnell die Zeit vergangen ist. Manchmal muss ich mich abends richtig anstrengen, um runterzukommen, weil ich das Gefühl habe aus einem kleinen Adrenalin-Dauertrip zu sein und hier aus allen Himmelsrichtungen Eindrücke auf mich einströmen. Aber wenn ich mir dann sage, dass ich erst zwei Wochen da bin und noch mehr als sechs Monate Zeit habe, um Land und Leute zu entdecken, dann kann ich doch irgendwann einschlafen…

Blick aus meinem Fenster...

Die meiste Zeit habe ich in den letzten Woche mit arbeiten verbracht. Aber nicht so, wie ihr euch das jetzt vielleicht vorstellt mit rein ins Büro, ab an den Computer, mittags ein kleines Essen und abends dann schnell nach hause…

Nein, meine ersten Wochen waren geprägt von dem Besuch einer Delegation aus dem Umwelt-Forschungszentrum (UFZ) Karlsruhe. Das UFZ begleitet, betreut und forscht an einem Projekt, das sich „Risk Habitat Megacity“ nennt und seine ersten Gehversuche hier in Chile und zwar genau in Santiago macht. Joachim, mein Chef, schreibt seine Doktorarbeit im Rahmen von diesem Projekt und Bastian und ich sind auch als „Mitarbeiter“ eingeplant und werden zu den Themen Abfall (Bastian) und Abwasser (ich) Daten erheben und irgendwann vielleicht große Visionen haben.

Das UFZ hat eine Gruppe Profs und Doks vorbeigeschickt, die sich mal alles anschauen sollten und schwupps hingen wir mit drin und sind von letztem Donnerstag an zu den verschiedensten abfall- oder abwasserwirtschaftlich relevanten Anlagen um Santiago herum gefahren.

Deponien, Umschlagstationen, „Aufbereitungsanlagen“, Sondermüllbehandlungsanlage, Kläranlagen… das volle Programm! Es war natürlich ein Riesenglück, dass wir so guten Zugang zu den Anlagen hatten und in so kurzer Zeit so viel sehen konnten.

Aber auch hier gibt es „richtige“ Arbeit! Auch hier müssen Abgabetermine eingehalten und Berichte geschrieben werden, auch hier müssen Daten in den Computer gehackt und ausgewertet werden, auch hier wird entworfen und gelayoutet, auch hier müssen Praktikanten manchmal einfach nur Dokumente ausdrucken und zusammenpacken.

MASCHINEN!

Ein kleines Käuzchen auf der Kläranlage


Das alles habe ich von Montag bis Mittwoch erfahren können. Zwischendurch hatte ich manchmal das Gefühl meine Augen vom Bildschirm kratzen zu müssen, so lange saß ich hier vor dem Laptop… Das Projekt zu erklären, hmm, wahrscheinlich wäre es eher uninteressant, aber ich hab gemerkt, dass man im Studium ja tatsächlich etwas lernt ;o)

Und es dann einfach nur anwenden muss!

Am Donnerstag wurde der Bericht pünktlich abgegeben und ich hatte meine Finger im Spiel, toll oder?

Neben der Monsterkläranlage, die wir heute besichtigt haben und die wirklich eindrucksvoll war, war der Höhepunkt der letzten Woche aber definitiv das Wochenende.

Am Samstag sind wir in den Cajón de Maipo gefahren, das große Maipotal. Ein UFZ-Doktor und zwei andere Studenten aus Deutschland und ich.

Nachdem wir uns (leider auf meine Anweisungen) schon in Santiago verfahren haben, hat uns ein beeindruckender Tag erwartet. Durch den Cajón fließen drei Flüsse, die man auf engen und aufregenden Schotterpisten auf ihrem Weg durch das Gebirge begleiten kann. Die Täler sind ganz unterschiedlich. Das eine eher weich und vom Wasser geschliffen, das nächste dann ganz schroff, karg und abweisend. Aber atemberaubend schön, weil die Luft immer klarer wird je höher man kommt. Wir hatten Glück mit dem Wetter und hatten neben unserer Forschungsarbeit (Wasserversorgung für Santiago) auch noch genug Zeit die Natur zu genießen.

El cajón de Maipo

Am Sonntag ging es dann die andere Richtung den Fluss entlang. Von Santiago aus den Maipú entlang bis nach San Antonio, wo er ins Meer mündet.

Wir sind durch kleine Dörfer gefahren, haben leckere Empanadas gegessen, Chicha (gefährlicher roter Federweißer) getrunken und Dorffeste aus dem Auto angeschaut. Leider konnten wir nicht mitfeiern, weil der Forscherdrang größer war und weitere Mündungen und Einleitungsstellen aufgesucht werden mussten.

Mir haben die Ausflüge aber vor allem Lust auf Chile gemacht, die Forschung habe ich den anderen überlassen… ich habe mich zurückgelehnt, die Landschaft genossen und habe es prickeln gefühlt, das Reisefieber.

Und hier unser Naturspektakel:

Kondore...live!

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