Montag, 18. Februar 2008

Die Exportschlager

Auch weit von der Heimat entfernt, hin und wieder begegnet mir dann doch der eine oder andere Exportschlager aus Deutschland.

Das wohl bekannteste Gericht, das die deutschen Kolonialisten mit nach Chile gebracht haben ist der Kuchen. Und süßes Gebäck im Generellen. Deshalb hat der Kuchen hier auch eine ganz spezielle Mehrzahl bekommen… ein Kuchen, viele Kuchenes. Ist ja wohl klar, oder? Streusel (sprich Esssträussäl), Berliner, Kirsch- und Apfelkuchen, je weiter man in den Süden kommt, umso mehr Schilder werben für die deutsche Delikatesse.

Angetan sind die Chilenen auch vom Sauerkraut. Mit Vorliebe kommt es auf den HotDog und wird Ketchup und Mayo zum „completo“ abgerundet. Eine Kombination, an die sich mein Gaumen immer noch nicht gewöhnt hat.

Bier haben die Kolonialisten natürlich auch mitgebracht und gleich ein paar deutsche Brauereien gegründet. Das Kunstmann-Bier gibt’s immer noch, außerdem Die M – helles und dunkles; allerdings muss man sagen, dass die chilenischen Brauereien ihren Job auch nicht schlecht machen.

Und: Nutella, das Original. Heiß geliebt, allerdings zu solch horrenden Preisen, dass man sich es nur zu besonderen Gelegenheiten gönnt.

Neben Essen und Trinken schwappt auch ab und zu mal ein bisschen Musik nach Chile rüber. Allerdings ist mir immer noch schleierhaft, warum sich gerade die folgende Auswahl durchgesetzt hat. „99 Luftballons“ von Nena ist vielleicht der verständlichste Exportschlager. Gängige Melodie, man hört es also nicht nur in den Diskotheken gerne, sondern kopiert es auch immer wieder für Werbejingles und dann dudelt es rauf und runter in den Supermärkten und Fernsehspots.

Dann Falko, gut er ist kein Deutscher, aber das interessiert hier auch keinen mehr, wenn Jeanny angespielt wird. „Que buena esta música alemana, ¿verdad?“. Und ab auf die Tanzfläche, Schmuseblues, passend zum Text ;o)

Das mit dem Text ist auch bei Rammstein so eine Sache. Vor allem die Jüngeren hier in Chile finden die Band und die Musik sehr gut, wenn man ihnen dann aber ein paar Zeilen text übersetzt oder ihnen erklärt, was „du hast“ bedeutet, dann schauen die einen doch für ein paar Momente leicht desillusioniert an, um schließlich die Musik wieder laut zu drehen und weiter zu rocken. Wozu braucht man schließlich sinnvolle Texte?

Aber der Knaller kommt erst noch. Es gibt keinen Abend in einer Disko ohne sie… und dann hält es auch keinen mehr auf den Sitzen… Und auf dem wichtigsten Musikfestival in Chile waren sie auch schon… Modern Talking! Am besten ein Remix der kompletten „Hits“ oder die CD rauf und runter auf dem Weg in die Disko und natürlich auch auf dem Weg nach hause. Ja doch, es ist schön, zwischendurch ein paar heimische Klänge zu hören…


In diesem Sinne, „oh my sexy little lovers“, verspreche ich euch einen gut sortierten Import aus Chile nach Deutschland! Obwohl, so ein bisschen Reggeaton...

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hach Line,
wie schön, dein Blog hat mir gearde meinen Bib-Aufenthalt versüßt :-). Die Exportschlager decken sich erstaunlicherweise fast komplett mit dem, was man hier in Holland hört. Rammstaein und Nena ganz oben dabei, aber ja, Moder Talking geht auch. Ein Klassiker der hier immer- und vor allem in der Fußballkantine- geht, ist "1000 mal berührt, 1000 mal ist nix passiert" und "ich bin mir dir so hoch geflogen, doch der Himmel war besetzt" (die genauen Titel kenn ich leider nicht)...und der KNALLER war vor 2 Wochen in der Disco: Marianne Rosenberg mit "Er gehört zu mir", einfach wunderbar :-) !
Ich schick dir groetjes en kusjes,
Hilli van Billi

Anonym hat gesagt…

Hi Line,

na das klingt ja nach was! Hmmm... Kuchen in der Sonne. Nur die Musik Spar ich mir doch... Wobei Sonne ist ja hier grad auch tierisch viel. Der einzige (EINZIGE!) verregnete Tag des letzten Monats (MONATS!) war der Rosenmontag. Klar.


Alles Liebe,
Nils