140 Kilometer zwischen Santiago und der argentinisch-chilenischen Grenze, immer schön die Berge rauf, in Serpentinen und mit einer Hammerkulisse, auch nachts um drei; dann die Grenze: warten, warten, warten, dann einen Stempel in Chile holen, einen in Argentinien, einmal beim Zoll in den Rucksack spinksen lassen (hätte ich das gewusst, wäre mein Teddy doch im Koffer mitgefahren…) und dann 240 Kilometer die Berge wieder runter. Okay, nicht ganz 240 Kilometer, aber fast.
Und warum das Ganze?
Bastian musste sein Touristenvisum erneuern, weil es nach 90 Tagen abläuft. Die günstigste und schönste Methode dafür ist ein Kurztrip nach Argentinien. Einmal raus und wieder rein und schwupps, darf man neue 90 Tage in Chile bleiben.
Und ich? Mit dabei, natürlich! Dafür war meine Neugier viel zu groß und mein Reisefieber zu hoch.
Freitagabend haben wir uns in den Bus gesetzt. Und was für einen… „SemiCama“, das „halbe Bett“, wir hatten beide richtig viel Beinfreiheit und ich habe natürlich nach einer halben Stunde tief und fest gerazzt. Bis Bastian mich geweckt hat. Die Sicht war einfach zu toll zum Schlafen. Der Himmel voll von Sternen, ringsum Berge wie aus Scherenschnitten mit leuchtend weißem Schnee. Irgendwann hinter der Grenze (Szenario siehe oben, mit dem kleinen Detail, dass Bastian weniger Probleme hatte als ich, weil mir ein Papierchen gefehlt hat… BÜROKRATIE!) sind mir die Augen dann aber wieder zugefallen.
Um fünf Uhr morgens sind wir in Mendoza angekommen, haben uns zu einem kleinen Hostel bringen lassen (einfach warten, hilflos gucken und anquatschen lassen) und erstmal geschlafen.
Nach dem Essen sind wir in den Parque San Martin gegangen, einen riesigen Park nahe an der Innenstadt.
Neben ganz viel Grün, Sportanlagen, einem See, einem krassen Eingangstor und toller Naherholung gab es dort Sport für die Massen. Auf einer Bühne stand der Instructor und davor halb Mendoza. ThaiBo, Aerobic, Tanz… jede Stunde eine andere Musik. So hält man seine Bevölkerung fit!
Bastian hatte gleich ein schlechtes Gewissen und hat sich am Trimm-dich-Pfad ausgetobt, während ich mich in der Sonne geaalt habe. Gerechte Arbeitsteilung!
Abends haben wir dann die Mendoza-Stimmung aufgesaugt, uns in die Fußgängerzone gesetzt und der Tango-Gruppe gelauscht. ¡Maravilloso!
In Santiago hat jeder, dem ich erzählt habe, dass ich nach Mendoza fahre, gesagt: „Da ist alles so billig, Schuhe, Kleidung… Du wirst kaufen, kaufen, kaufen!“
Schön. Da ich gut noch eine Jeans fürs Gelände, ein bequemes Paar Schuhe und mehr Sommerklamotten gebrauchen kann, war ich hoch motiviert.
Die Motivation hat dann ungefähr eine Stunde gehalten…
Nachdem wir uns in der Mall angekommen waren und ein tolles Frühstück vertilgt hatten, ging es ab in die Läden.
Während Bastian sich mit Jeans, Shorts, Schuhen und Hemden eingedeckt hat, gab es für mich die ernüchternde Erkenntnis: Ich bin eine Monsterfrau.
Beinlänge 34?? Gibt es nicht! Schuhgröße 42??? Gibt es nicht!
Also blieb es bei einem paar Flipflops, aber dafür musste ich auch nicht so schwer tragen auf dem Rückweg!
Sehr witzig fand ich, dass in den Läden die Umkleiden geschlechtsgetrennt waren. Und zwar rigoros! Noch nicht mal zum Gucken darf man das Ufer wechseln. Und damit das auch keiner versucht, steht an jeder Kabine ein Sicherheitsmensch. Ich habe es natürlich doch versucht und wurde direkt zurückgepfiffen.
Was im Kopf bleiben wird ist eine wunderschöne und grüne Stadt, in der man eigentlich alles zu Fuß erleben kann (und sollte. Es ist ein Genuss!); es sind die Mendociner, die einem zu jeder Zeit das Gefühl geben willkommen zu sein; es ist eine furchtbar gute Laune und der feste Vorsatz noch mal zurückzukommen.
Der andere Beiname der Stadt ist „die Stadt des guten Weines“… Er musste mir also schmecken.
Ihr Lieben, diesmal schicke ich die Sonne aus Mendoza, dann könnt ihr Frühlingsduft atmen statt dem Smog…
Un abrazo
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