hier noch ein link zum Lied von Hilke:
http://www.fs5-1.rwth-aachen
Geschichten aus Santiago und anderen spannenden Orten in Chile
Der Steiger (pimped!)
(performed with love and passion by: Prinzessin Köpcke, Heinibär, dem Lockentierchen, deinem Nachfolger in Amt und Würden, der Theresa,dem Üffes, Pistian Wensigel und der Fluse)
Glückauf, Glückauf, die Line fährt (ja fährt!)
Und sie hat ihr schweres Gepäck für die Fahrt,
Und sie hat ihr schweres Gepäck für die Fahrt,
Schon eingepackt, schon eingepackt.
Hat’s eingepackt, hat’s eingepackt; es wiegt viel zu viel,
Und damit so fliegt die Line bei der Nacht,
Und damit so fliegt die Line bei der Nacht,
Nach Chile hin, nach Chile hin.
Nach Chile hin, nach Chile hin,
Da wo ich nicht bin,
Und wir werden sie vermissen, wenn wir weinen in die Kissen,
Und wir werden sie vermissen, wenn wir weinen in die Kissen,
Des Donnerstags allein, des Donnerstags allein.
Die Eine wühlt im Schlamm (Schlamm, Schlamm),
Der Andere wühlt im Müll (ja Müll!)
Doch den Lieben daheim in Aachen bei der Nacht,
Doch den Lieben daheim in Aachen bei der Nacht, *)
Denen bleibt sie treu, denen bleibt sie treu.
Ade ade, ade, ade; Herzliebste Line (ja Line!),
Und dort hinten in dem fernen, weiten Chile erreichst du alle deine Ziele,
Und dort hinten in dem fernen, weiten Chile erreichst du alle deine Ziele, *)
Und das wird toll, und das wird toll.
Und kehrt sie Heim (und kehrt sie heim); zu uns zurück (ZURÜCK!!!),
Dann erschallet der Fachschafts Gruß an dem Tag,
Dann erschallet der Fachschafts Gruß an dem Tag,
Glückauf, Glückauf, Glückauf, Glückauf.
Strophe der Vermisser
Wir Vermisser seins, seins kreuzbrave Leut
Denn wir freun uns auf die Line, wenn sie wiederkommt aus Chile,
Denn wir freun uns auf die Line, wenn sie wiederkommt aus Chile,
Und haben sie lieb, und haben sie lieb!
*) gesanglich besonders akkurat umgesetzte Stelle
Immerzu warten. Immerzu dasitzen und darauf warten, dass man losgehen kann. Immer zu früh sein und darauf warten, dass es losgeht. Beim Warten atmen und bei jedem Atemzug darauf warten, dass er vorbeigeht und am Ende jedes Atemzuges auf den nächsten warten.
Ich bin so ungeduldig und warte darauf, geduldig zu werden, warte ungeduldig auf Geduld, warte auf Weltfrieden und auf die Post, darauf, dass es endlich abendlich dämmert, und dass dann die Sonne wieder aufgeht, darauf, etwas zu beginnen und gleich darauf dann darauf, es endlich fertig zu bringen. Wenn es mich juckt, wie unerträglich ist der Moment des Wartens, bis die Hand die Stelle erreicht und die Stelle kratzt und wie unerträglich ist danach das Warten auf das Unvermeidliche, darauf, dass die Stelle wieder kratzt, das Warten darauf, dass es wieder von vorne anfängt, wie sowieso an jedem Ende nach dem Warten auf das neue Warten gleich das Warten auf den Neuanfang anfängt.
Immerzu warten. Immerzu diese Unruhe. Bei mir ist es nicht: „Und wenn du sitzt, dann stehst du schon – und wenn du stehst, dann gehst du schon.“ Es ist: „Wenn du sitzt, dann hibbelst du mit den Knien und wartest drauf, endlich aufzustehen – und wenn du stehst, dann tänzelst du auf der Stelle wie ein nervöser Gaul und wartest drauf, endlich loszugehen.“
Ich bin so ungeduldig und warte auf Ideen und darauf, dass die Kaffeemaschine anfängt „Brrrrblubbgluck“ zu machen und darauf, dass sie endlich wieder aufhört mit ihrem scheußlichen „Brrrblubbgluck“ und der Kaffee dann fertig ist und dann darauf, dass er endlich verdammtnochmal kalt genug ist, um ihn zu trinken. Und wenn die erste Schneeflocke des Jahres vom Himmel fällt, dann kann ich es nicht ertragen, warten zu müssen, bis sie am Boden angelangt ist und dieses an mir zehrende Warten, bis sie an der Erde zerschmilzt. Und vorher habe ich doch schon darauf warten müssen, dass es das erste Mal schneit und gleich muss ich dann darauf warten, dass es endlich wieder Frühling wird und die Vöglein singen und kaum fangen sie an, kann ich es kaum erwarten, dass sie endlich wieder in den Süden abhauen und dieses „Tschilptschilptrillertriller“ ein Ende hat. Immerzu warten. Ich warte darauf, dass du kommst und du und du und du und ich könnte schreien, weil ich es nicht ertrage, solange zu warten, bis du wieder gehst und du und du und du und schon gar nicht darauf, dass du wiederkommst und du und du und du, nachdem du gegangen bist und du und du und du.
Ich bin so ungeduldig. Ich will nicht darauf warten, dass das Leben noch schöner wird und ich will nicht darauf warten, ganz ausgewachsen und über alle Maßen glücklich und mit Blumen und Traumjob und so viel Wissen wie reinpasst und all so was in der Hand und im Kopf dazustehen und ich will nicht warten, bis ich eine eigene Familie habe und schon gar nicht darauf, dass die Kinder endlich aus dem Haus sind, ich will nicht mal darauf warten, alt und grau zu sein und schon gar nicht auf irgendeinen zweiten Frühling.
Ich will das ganze Programm jetzt, genau jetzt, ich will jetzt losgehen und auch jetzt ankommen, ich will jetzt frischen und schon abgekühlten Kaffee, ich will jetzt die junge Ehefrau und die ehrbare alte Dame sein, ich will jetzt die Morgenpost und die Morgensonne und das Abendrot und das Abendbrot, ich will jetzt anfangen und jetzt fertig sein, ich will jetzt die Kinder kriegen und aus dem Haus haben, du sollst jetzt da sein und jetzt weggehen und jetzt wiederkommen und du und du und du, ich will jetzt den ersten und den zweiten und all die anderen Frühlinge des Lebens und dieser Atemzug soll jetzt anfangen
wie schon Alexander von Humboldt wusste: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben." Obwohl ich nicht glaube, dass deine Weltanschauung gefährlich ist, wirst du bestimmt noch ganz viele schöne und spannende Entdeckungen machen von denen du uns dann erzählen kannst! Also, viel Spaß beim Anschauen dieser bestimmt etwas anderen Welt!
Ich drück dich ganz fest,
Hilke
P.S.: Außerdem hab ich beim Herumstöbern noch ein schönes Gedicht und ein Lied aus einem Musical gefunden, die einem –trotz Abschiedsschmerz- so richtig Lust auf eine weite Reise machen. Hier sind sie:
Viel zu spät begreifen viele
Die versäumten Lebensziele,
Freunde, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist’s! Reise, reise!
Wilhelm Busch
GIRL:
My dear, you're sailing off without me.
Yet you don't seem to give a damn.
SAILOR:
I know it's fearful of me not to be
More tearful,
But thank heaven I am.
GIRL:
You mean to say you're glad to leave me?
Can I believe that's what you mean?
SAILOR:
Why, don't be funny, I'm just wild about you, honey,
But I'm oh, so glad, so glad,
It's driving me mad to say goodbye
To all things that typify
The humdrum of my daily routine.
CREW:
And there's no cure like travel
To help you unravel
The worries of living today.
When the poor brain is cracking
There's nothing like packing
A suitcase and sailing away.
Take a run 'round Vienna,
Granada, Ravenna, Sienna
And then a-'round Rome.
Have as high time, a low time,
And in no time
You'll be singing "Home, Sweet Home".
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